Die häufigsten Fragen zur Insolvenz der P&R Gesellschaften

Hier finden betroffene Anleger Antworten auf die häufigsten Fragen bezüglich der Insolvenz der P&R Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH, der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs- GmbH sowie der P&R Container Leasing GmbH.

Welche Gesellschaften sind von dem / den Insolvenzantrag bzw. Anträgen betroffen?
Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter der
P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald, (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 726/18) und der
P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 728/18) sowie der P&R Transport-Container GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 1127/18)
bestellt.

Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter der
P&R Container Leasing GmbH, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 727/18)
bestellt. Die Bestellungen erfolgten am 19.03.2018. Hinzu kam die P&R AG, Grünwald (Amtsgericht München – Insolvenzgericht – Az.: 1542 IN 1128/18).

Haben die P&R Transport-Container GmbH sowie die P&R AG einen Insolvenzantrag gestellt?
Ja, am 26.04.2018 wurde für die beiden letzten P&R Gesellschaften das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet.

Wer hat den Insolvenzantrag gestellt? Und warum?
Die betroffenen Gesellschaften haben den Insolvenzantrag am 15.03.2018 selbst gestellt, um die vorhandenen Werte im Interesse der Anleger und Gläubiger zu schützen und so ein bestmögliches Ergebnis für diese erzielen zu können.

Die Antragstellung erfolgte u.a., weil die Gesellschaften ihre fälligen Verbindlichkeiten gegenüber den Anlegern nicht mehr vollständig erfüllen konnten.

Ist das Insolvenzverfahren schon eröffnet? Was machen die vorläufigen Insolvenzverwalter bis dahin?
Nein. Aktuell läuft das Insolvenzantragsverfahren. Aufgabe der vorläufigen Insolvenzverwalter ist es, das Vermögen der Gesellschaften zu sichern und zu erhalten. Einen Schwerpunkt stellt damit die Bestandaufnahme durch die vorläufige Insolvenzverwaltung dar. Dabei soll u.a. in Deutschland und der Schweiz ermittelt werden, wie viele Container an wen wie lange vermietet sind. Zudem sollen die grenzüberschreitenden Zahlungsströme analysiert die Einziehung der Mieten begleitet und die Mieterlöse im Interesse der Gläubiger gesichert werden. Die Geschäftsführung kann ohne Zustimmung der jeweiligen vorläufigen Insolvenzverwalter nicht mehr über das Vermögen der jeweiligen Gesellschaft verfügen.

Muss ich die vorläufigen Insolvenzverwalter gesondert beauftragen, damit sie tätig werden?
Nein, das ist nicht notwendig, und auch nicht möglich. Die vorläufigen Insolvenzverwalter sind vom Amtsgericht München eingesetzt worden, um das Vermögen im Interesse aller Gläubiger der Gesellschaften, die Insolvenzantrag gestellt haben, zu sichern. Dies dient auch dazu, die Voraussetzungen für eine spätere Verwertung und Verteilung des Vermögens nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften zu schaffen. Es ist das Ziel, die bestmöglichen Ergebnisse für die Gläubiger zu erzielen.

Wann wird das Insolvenzverfahren denn eröffnet?
Diese erste Phase des Insolvenzverfahrens wird angesichts der Größe des Unternehmens einige Zeit in Anspruch nehmen, da sehr viele verschiedene und komplizierte Vorgänge ermittelt und analysiert werden müssen. Eine genaue Zeitangabe ist derzeit nicht möglich. Diese erste Phase kann wenige Monate dauern.

Wenn die Ermittlungen zu dem Ergebnis kommen, dass ein Insolvenzgrund (Zahlungsunfähigkeit und/oder drohende Zahlungsunfähigkeit) vorliegt und ausreichend Masse zur Durchführung eines Insolvenzverfahrens vorhanden ist, wird das Gericht entsprechend der Empfehlung des Gutachtenergebnisses einen Eröffnungsbeschluss erlassen.

Wann werde ich vom Insolvenzverwalter kontaktiert?
Der Insolvenzverwalter wird die bekannten Gläubiger unmittelbar nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens schriftlich unaufgefordert kontaktieren, sie über die Eröffnung informieren und ihnen die Unterlagen für ihre Forderungsanmeldung übersenden.

Kann ich jetzt etwas tun, um meine Ansprüche gegen die insolventen Gesellschaften durchzusetzen?
Mit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung hat das Amtsgericht München – Insolvenzgericht – auch die Zwangsvollstreckung in das Vermögen der Gesellschaften untersagt. Es besteht derzeit keine Möglichkeit für die Gläubiger, ihre Ansprüche gegen die insolventen Gesellschaften zwangsweise durchzusetzen.

Warum muss ich zunächst warten, bis die Ermittlungen der vorläufigen Insolvenzverwaltung abgeschlossen sind?
Wie die Container bestmöglich und ggf. auch über einen längeren Zeitraum hinweg verwertet werden können, wird derzeit von der Geschäftsführung und der vorläufigen Insolvenzverwaltung geprüft. Eine Verwertung der Container durch die Anleger selbst macht wirtschaftlich keinen Sinn, schon weil die Verwertungskosten jeden Erlös übersteigen würden. Sie ist zudem rechtlich schwierig und faktisch unmöglich, da die Container weltweit vermietet und unterwegs sind, und ein Zugriff der Anleger deshalb faktisch ausgeschossen ist.

Ich bin umgezogen, werde umziehen oder habe Sorge, dass meine aktuelle Adresse nicht hinterlegt ist. Was soll ich tun?
Trifft dies auf Sie zu, füllen Sie bitte das Formular auf der Webseite des Insolvenzverwalters unter „Kontakt“ aus.

Wann und wie kann ich meine Forderungen im Insolvenzverfahren anmelden?
Eine Forderungsanmeldung ist erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens möglich. Die bekannten Gläubiger erhalten nach Eröffnung des Verfahrens ein gesondertes Schreiben von dem Insolvenzverwalter, womit sie das Formular zur Forderungsanmeldung erhalten und aufgefordert werden innerhalb einer durch das Gericht bestimmten Frist (Anmeldefrist) ihre Forderung zur Tabelle anzumelden.

Bitte warten Sie nach Möglichkeit dieses Schreiben ab, bevor Sie Ihre Forderungen anmelden, da Ihnen mit dem Schreiben wichtige Informationen übermittelt werden.

Muss ich den vorläufigen Insolvenzverwalter jetzt mitteilen, welche Verträge ich abgeschlossen habe?
Die vorläufigen Insolvenzverwalter haben Zugang zu den Unterlagen des Unternehmens und sichten die abgeschlossenen Verträge dort im Rahmen der Bestandsaufnahme. Eine Übersendung oder Mitteilung durch die Anleger ist also nicht notwendig.

Was passiert, wenn ich meine Forderungen schon jetzt, also im Antragsverfahren einreiche?
Eine Forderungsanmeldung während des Antragsverfahrens, also vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, ist rechtlich unwirksam und bleibt unberücksichtigt. Sie müssten in einem solchen Fall Ihre Anmeldung nach der Eröffnung wiederholen, hätten also auch keine Vorteile davon.

Brauche ich einen Rechtsanwalt, um meine Forderungen anmelden zu können?
Für die Einreichung der Forderungsanmeldung ist keine anwaltliche Vertretung notwendig. Es muss allerdings die Forderung hinreichend bezeichnet und begründet werden. Wir werden in den nächsten Wochen prüfen, ob wir den Anlegern zur Vereinfachung der Abwicklung und zur Vermeidung weiterer Kosten auf Seiten der Anleger die Anmeldeunterlagen vorausgefüllt oder andere Hilfen zur Verfügung stellen können.

Wo kann ich aktuelle Informationen zum laufenden Verfahren erhalten?
Aktuelle Informationen erhalten Sie auf den Webseiten der neutralen Plattform Qthority.

Außerdem auf der hierfür eingerichteten Internetseite des Insolvenzverwalters unter www.Frachtcontainer-inso.de.

Auf der Internetseite www.insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlich das Insolvenzgericht den Eröffnungsbeschluss sowie nachfolgende Beschlüsse, deren Veröffentlichung gesetzlich vorgeschrieben ist.

Kann ich Sachstandsauskünfte vom vorläufigen Insolvenzverwalter oder vom Insolvenzgericht erhalten?
Es sind über 51.000 Anleger betroffen, deren Anfragen weder von den betroffenen Gesellschaften noch vom Büro des Insolvenzverwalters oder dem Insolvenzgericht individuell beantwortet werden. Die Wahrscheinlichkeit als Teil der Anlegervertretung an Antworten zu kommen ist wesentlich höher.

Die für Sie relevanten Informationen zum aktuellen Stand und zum weiteren Verfahrensgang werden an dieser Stelle nach und nach eingestellt bzw. die Fragen und Antworten entsprechend aktualisiert.

Hafte ich als Anleger persönlich mit meinem Privatvermögen für die Container?
Das ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, wenn die Verwertung ungestört verläuft: Theoretisch ist es zwar denkbar, dass Standgebühren oder durch die Container verursachte Schäden, bspw. durch die Häfen auch bei den Anlegern geltend gemacht werden können. Dies ist in der Vergangenheit bei P&R jedoch noch nie geschehen. Es ist das Ziel, die Mieteinnahmen zu sichern und die Container in einem geordneten und ggf. auch langfristigen Prozess geordnet zu verwerten, um so die bestmöglichen Ergebnisse für die Anleger und Gläubiger zu erzielen. Solange die Container vermietet sind, sind sie auch versichert. Die Fortsetzung des Betriebs setzt allerdings einen störungsfreien Ablauf und eine Verwertung im Rahmen geordneter Prozesse voraus.

Wie melde ich meine Forderung zur Insolvenztabelle an?
Voraussichtlich wird der Insolvenzverwalter eine Vorlage erstellen, mit der Sie die Anmeldung vornehmen können.
Von dieser Vorlage ist abhängig, wie einfach oder kompliziert die Anmeldung vorzunehmen sein wird. Bisher wurde diese Vorlage noch nicht an die Gläubiger ausgehändigt. Sie können die Anmeldung dann selbst vornehmen oder einen Rechtsanwalt mit der Anmeldung beauftragen. Die gesetzliche Gebühr hierfür beträgt 0,5.
Habe ich wirksam Eigentum an dem/den Container/n erworben und wie muss ich diese bei der Anmeldung zur Insolvenztabelle berücksichtigen?

Wer wirksam Eigentum an seinen Containern erworben hat, besitzt ein Aussonderungsrecht. Das heißt, dass Sie in diesem Fall die Entnahme der Container aus der Insolvenzmasse verlangen können. In solch einem Fall sind Sie kein Insolvenzgläubiger und können Ihre Forderung nicht zur Tabelle bringen. Sie werden nicht aus der Masse befriedigt, sondern beantragen deren Bereinigung. Dies gilt nicht für entgangene Mietzahlungen. Diese können nach wie vor zur Tabelle angemeldet werden!
Es macht demnach einen Unterschied, nur quotal an der Insolvenzmasse teilzunehmen, oder direkt aus den Erlösen seiner eigenen Container befriedigt zu werden.
Aus dem Besitz eines Eigentumszertifikats kann grundsätzlich nicht geschlossen werden, dass wirksam Eigentum erworben wurde. Nachdem bekannt wurde, dass rund eine Millionen Container fehlen, stellt sich hier die Frage, ob der besagte Container noch vorhanden ist. Ebenfalls muss berücksichtigt werden, ob der jeweilige Containerverkäufer – also die jeweilige P&R-Gesellschaft – vor dem Verkauf an den Anleger selbst wirksam Eigentum erworben hat. Trifft das nicht zu, zum Beispiel aufgrund einer mangelnden Dokumentation des Containereinkaufs, ist es fraglich, ob der Anleger trotz Eigentumszertifikat rechtswirksam Eigentum erworben hat.
Wir empfehlen, für diese Prüfung einen Rechtsanwalt zu beauftragen.

Wie berechne ich die Höhe meiner Forderungen, die ich zur Insolvenztabelle anmelden kann?
Grundsätzlich werden von der Anlagesumme alle erhaltenen Mieten in Abzug gebracht. Der übrig gebliebene Geldbetrag entspricht der Forderungshöhe.

Hier wird Ihnen der Insolvenzverwalter etwas vorformulieren, sodass Sie dann prüfen können, welchen Betrag Sie zur Tabelle anmelden können.
Bisher wurde nichts dergleichen an die Gläubiger ausgehändigt, weshalb es abzuwarten gilt, wie schwierig sich die Forderungsanmeldung gestaltet. Prinzipiell können Sie die Forderungsanmeldung dann selbst übernehmen. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, einen Anwalt hierfür zu beauftragen. Die gesetzliche Gebühr beträgt 0,5.

Besteht die Gefahr, dass bereits bezahlte Mieten vom Insolvenzverwalter zurückgefordert werden?
Die Gefahr der Rückforderungen besteht, allerdings sind diese nur unter engen Voraussetzungen rechtmäßig. Es muss hierfür zunächst geklärt werden, wer Eigentümer der Container ist. (s.o.)
Jedenfalls sollten Sie die eventuell zurückgeforderten Beträge nicht vorschnell zurückzahlen, sondern die rechtliche Grundlage der Rückforderung überprüfen lassen. Nicht jede Rückforderung ist rechtmäßig.

Bitte beachten Sie, dass diese Zusammenstellung der häufig vorkommenden Fragen und die Antworten lediglich einen kostenfreien Service darstellt, aber angesichts der dynamischen Entwicklungen in Insolvenzverfahren ohne jede Gewähr für deren Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität erfolgt, und Gläubiger oder Dritten aus diesen Angaben keine Rechte oder verbindliche Zusagen herleiten können. Auch stellen die vorstehenden Angaben keine Rechtsberatung dar. Änderungen bleiben vorbehalten.

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