Kann man gegenüber eine potentiellen Arbeitgeber klagen, wenn er mich auf Grund meines Geschlechts nicht eingestellt hat?

Ich bin divers. Dies wurde bei der Bewerbungsausschreibung unter der gesuchten Fachkraft nicht angegeben. nur (M/W) Damit hat sich der Arbeitgeber doch schon ein Bild des potentiellen Angestellten gemacht? Dann wurde mir noch mitgeteilt „Auf gendering habe man kein Bock“. Vielen Dank im Voraus und viele Grüße


1 Kommentare

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Avatar des KommentierendenMirco Lehr

Hallo Marion, vielen Dank für deine Frage. Obwohl seit Jahresbeginn das dritte Geschlecht „divers“ offiziell gesetzlich verankert ist, veröffentlichen viele Unternehmen (trotz strengem Anraten die Bezeichnung „(m/w/d)“ zu nutzen) noch immer geschlechterdiskriminierende Inserate, die die Vermutung zulassen, dass eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts vorliegt. Ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kann dann zu einer Klage führen, wenn der abgelehnte Bewerber sich diskriminiert fühlt. Es liegt dann am Arbeitgeber zu beweisen, dass er nicht diskriminiert hat. Eine Klage gegen einen nur potentiellen Arbeitgeber ist demnach möglich. Ist die Klage erfolgreich, hat der abgelehnte Bewerber Aussicht auf eine Entschädigung in einer Höhe von bis zu drei Monatsgehältern (§ 15 AGG). Zu beachten ist allerdings, dass nach § 8 AGG unterschiedliche Behandlungen wegen des Geschlechts gerechtfertigt sein können, z.B. wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit, der Bedingung ihrer Ausübung, wenn das Geschlecht eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, und sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist. Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du dich gerne bei uns melden.